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Musikkapelle Prägraten vor 50 Jahren -
Chronikauszug aus dem Jahre 1959

Kapellmeister Heinrich Kleinlercher hatte die Musikkapelle Prägraten in den vergangenen Jahren auf ein beachtliches Leistungsniveau gebracht. Intensive Probenarbeit, ein guter Zusammenhalt untereinander und schließlich eine bessere Ausrüstung können als Gründe für diese positive Entwicklung angeführt werden.
Die Kapelle hatte Rang und Namen im ganzen Bezirk. So kam es nicht von ungefähr, dass Heinrich Kleinlercher bei der Vollversammlung des Iseltaler Musikbundes im Dezember 1958 für eine dreijährige Periode zum Bezirkskapellmeister gewählt wurde.
Was die Konzertliteratur dieser Jahre betrifft, so ist leicht Kleinlerches Vorliebe zur klassischen Musik zu erkennen. Werke wie: „Freischütz“, „Troubadour“, „Hamlet“, „Tannhäuser“, „Semiramis“, „Tankred“ etc., aber auch Blasmusikwerke wie „Die Etsch“ oder „Tirol 1809“ erfordern einfach gute Musikanten, und natürlich viele Proben, um sie überhaupt aufführen zu können.
Selbst wenn das Publikum noch nicht so verwöhnt war durch Radio oder gar Fernseher.
Das ständige Proben solch schwieriger Stücke stellte die Geduld der Musikanten mitunter auf eine harte Probe, zumal sich ja nicht wenige dadurch überfordert fühlten. So ähnlich mag es wohl auch dem Löxen Max ergangen sein, als es zum x-tenmal die „Peter-Schmoll“-Overtüre proben hieß: „Der Peter Schmoll ist ein Depp!“ schrieb er auf seine Stimme. Der Kapellmeister hingegen, dem diese Bemerkung nicht verborgen blieb, war anderer Meinung: „Der Bläser ist ein Depp!“ schrieb er darunter…

Im Jahre 1959 war die Musikkapelle Prägraten in Innsbruck.
Tirol feierte das 150-Jahr Jubiläum der Tiroler Freiheitskämpfer anno 1809. Bis in die hintersten Täler war die Einladung ergangen, mit einem großen Festakt dieser für die Freiheit Tirols so wichtigen Ereignisses zu gedenken. So beteiligten sich auch Musik und Schützen aus unserer Gemeinde am imposanten und beeindruckenden Festzug durch die Landeshauptstadt, der von 11 Uhr vormittags bis 5 Uhr nachmittags dauerte.

Der Bezirk Lienz hatte in einer eigenen Gedenkfeier schon einige Wochen vorher die Erinnerung an jene heldenmutigen Tiroler Freiheitskämpfer in der Lienzer Klause festlich begangen.
Bei den Feierlichkeiten dort und auf dem Stadtplatz in Lienz, war unsere Kapelle ebenfalls mit dabei. Für das Festkonzert auf dem Hauptplatz in Lienz waren die Eisenbahnenstadtkapelle Lienz, die Musikkapelle Abfaltersbach und die Musikkapelle Prägraten ausersehen. Auch daran kann man ablesen, dass unsere Musikkapelle in Osttirol einen guten Namen hatte.
Bei strömenden Regen spielten die „Prädinger“ noch ein Ständchen für den aus Prägraten gebürtigen Monsignore Michael Weiskopf .

 

Quelle: Chronik der Blasmusikkapelle Prägraten
Text: Chronist Andreas Mair

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